Archive | September 2013

Modernisierung !

Mehrere Mieter haben heute die Modernisierungsankündigung bekommen. Eine energetischer Sanierung mit abgehängten Decken, 3-fachverglasten Fenstern, Zwangsentlüftung, Balkon, Fahrstuhl fürs Vorderhaus, etc pp Kosten einer 90qm dann 1440€ :
wenn Sie Interesse an einem neuen Bad oder einer neuen Küche haben, setzen Sie sich mit unserer Mandantschaft in Verbindung…
Nach Ottmars Rechnung kommen da Mieterhöhungen von 335% auf uns zu.
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Gleimviertel Bürgerverein

Hier geht’s zum Artikel.

hat einen Artikel über das Jahnke-Haus geschrieben. wir scheinen Geschichte und Geschichten in alter Tradition zu erleben.

Antwort von Andreas Otto, Bundestagskandidat der Grünen

 

Wunderbar, auch der Kandidat der Grünen hat uns geantwortet. Hier ist das Schreiben zu lesen.

 

Andreas Otto, Brief Teil2

Andreas Otto, Brief Teil1

 

 

Andreas Otto, Brief Teil2

Andreas Otto, Brief Teil2

 

Antwort des ersten Kandidatens

Heute hat der erste Bundestagskandidat auf unseren Brief geantwortet:

Klaus Mindrup von der SPD schrieb folgendes:

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Entschuldigen Sie bitte die verspätete Antwort, die mit dem sehr hohen Mailaufkommen der letzten Wochen verbundenist.

Es gibt mehrere Fälle in Prenzlauer Berg, wo es offenbar die Absicht der
Eigentümer ist, die Wohnungen zu entmieten und anschließend die Wohnungen
als Eigentumswohnungen zu verkaufen.

Das Vorgehen ist immer ähnlich. Es werden Modernisierungen geplant, die zu
untragbaren Mietsteigerungen führen. Leider können sich die Eigentümer
auf eine sehr vermieterfreundliche Rechtsprechung stützen, die dies
möglich macht (z.B. zur Zulässigkeit von Balkonen, Wärmedämmung und
Balkonen). Daher ist an dieser Stelle das Mietrecht zu ändern. Die
Modernisierungsumlage in der gegenwärtigen Form ist sozial untragbar.
Ich möchte mich im Bundestag mit meiner Partei dafür einsetzen, dass sie
grundlegend geändert wird und auch eine soziale Komponente enthält.

In Berlin muss außerdem die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen
genehmigungspflichtig werden. Dies geht über eine Umwandungsverordnung in
sog. Milieuschutzgebieten, wie dies in Hamburg bereits der Fall ist. Für
mich ist diese „Spekulationsbremse“ ein unverzichtbares Instrument, das
zusammen mit einem Vorkaufsrecht der Gemeinde – wie in Hamburg – gut
funktionieren wird.

Schließlich brauchen wir eine Mietpreisbremse, sprich die Kopplung der
Neuvertragsmieten an den Mietspiegel.

Für all diese Punkte möchte ich mich im Bundestag einsetzen.

Mit unserem Baustadtrat habe ich bereits vereinbart, dass solche Fälle
auch öffentlich gemacht werden müssen.
Aus diesem Grund würde ich mich freuen, wenn wir nach der Wahl einen
Termin vor Ort machen könnten, bei dem Sie mir noch einmal explizit die
Dinge erläutern.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Mindrup“

Verdrängung durch Modernisierung

Wins59 in Radio eins

Heute gab es eine Reportage auf Radio1 über das Haus in der Winsstraße 59. Auch dieses Haus ist von einer Gesellschaft der CHRISTMANN Gruppe gekauft worden.

Hier gibts den link zum Beitrag.

Brief an Bundestagskanditaten des Wahlkreises 76

Heute haben wir an die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Pankow folgenden Brief geschrieben:
Berlin, den 12.09.2013
Sehr geehrter Herr …,
 
Ich wende mich mit einem dringenden Anliegen an Sie, das bei weitem nicht nur mich betrifft, sondern das manchmal abstrakte Thema Gentrifizierung. Im Besonderen macht es aber vor allem die sogenannte „Immobilienentwicklung“ in Berlin Prenzlauer Berg ganz anschaulich. Vielleicht können Sie mir in dem einen oder andere Punkt weiterhelfen?
 
Ich lebe in der Kopenhagener Straße 46 im Prenzlauer Berg in Berlin. 
Mit mir und meiner WG leben Familien mit 15 Kindern zwischen einem Monat und 12 Jahren in dem Haus. Ein Ehepaar lebt seit 55 Jahren in einer Wohnung im Hinterhaus. 
Das Mietshaus wurde Ende 2012 verkauft und ist seit Mai 2012 unter Verwaltung und angestrebten Besitz einer Berliner Immobiliengruppe. 
Die neuen zukünftigen Eigentümer planen nach eigener Aussage eine Modernisierung des Hauses mit dem Einbau von Fahrstühlen, Balkonen und einer neuen Heizungsanlage.
Da in dem Haus ein Erhaltungsstau ganz offensichtlich ist, begrüßen wir eine Sanierung unserer Wohnsituation. 
In den Plänen der Eigentümerin kommen die bisherigen Mieter aber nicht vor. Schikanen, aus der Luft gegriffene Abmahnungen, Kündigungen und angedrohte Kündigungen für Familien, die seit mehreren Jahren im Haus wohnen und ihre Miete zahlen, zeigen sehr deutlich, dass der neue Vermieter hier eine gut finanzierte Entmietung im sozialen Erhaltungsgebiet durchführt, bevor mit einer Luxussanierung begonnen wird. 
 
Im Vorfeld der Bundestagswahl bitten wir Sie, wie auch andere Bundestagskandidaten im Wahlkreis Prenzlauer Berg um eine Stellungnahme.
 
Welche konkreten Vorschläge und Lösungsansätze haben Sie, um ein Miteinander in unserer Gesellschaft weiterhin zu fördern?
Wie soll, Ihrer Meinung nach, eine stabile Wohnungspolitik, abseits von Spekulationen und unverhältnismäßigen Gewinnen, gewährleistet werden?
Was raten Sie uns stellvertretend in unserer Situation? Und wie können Sie unser Anliegen, nämlich unseren bezahlbaren Wohnraum weiter bewohnen zu können, unterstützen?
 
Wir freuen uns auf eine zeitnahe Beantwortung unseres Briefes, freuen uns auch über ein persönliches Gespräch. Es gibt zwei Blogs, die unsere Situation beschreiben und dokumentieren. Sie sind eingeladen, sich dort über uns zu informieren. Dieser Brief und auch Ihre Antwort werden wir dort ggf. publizieren.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
  die Bewohner des Hauses Kopenhagener Straße  46
Empfänger dieses Briefes sind:
Nun können wir gespannt auf mögliche Antworten warten!

Polizei im Haus

Am Dienstag den 12. September schallen zwei Männerstimmen über den Hof. Noch ist es warm und alle haben die Fenster auf und es hallt herrlich in unserem Haus bis in den obersten Stock. So ist nicht zu überhören, dass die Herren bestimmte Wohnungen suchen und sich fragen ob denn wohl einer der mit gebrachten Schlüssel passen. Stehen aber schon mal vor der falschen Tür, also gehe ich lieber nach fragen, was sie denn hier machen. Die Herren sind vom Schlüsseldienst und von der Chritsmanngruppe und sollen zwei Wohnungen öffnen, die leer stehen. Da sie mir den Auftrag zeigen und die Wohnungen auch wirklich leer sind, lasse ich von ihnen ab und bleibe nur in der Nähe, denn seit der Kelleraktion mag auch ich nicht mehr so naiv sein.
Ein anderer Mensch war nicht so naiv wie ich und hat die Polizei gerufen, die kommen mit vier Menschen in vollem kugelsicheren Dress und überprüfen die Sache. Hat alles seine Richtigkeit, auch das sie gerufen werden, denn wie soll ein Mieter wissen wer da Türen öffnet?
Grosse Aufregung nichts gewesen, doch uns allen zeiht ein eiskaltes Grausen in unser Herz, als wir von einem Bewohner ganz oben unter dem Dach erfahren, dass einer der Herren auch an seiner Tür war und versuchte sie mit den mit gebrachten Schlüsseln zu öffnen. Auch gegenüber hat er es versucht und da lebt ein Vater mit seinen Kindern, der gerade in Urlaub war.
Was für ein eiskaltes Vorgehen mal auszuprobieren wie viel Schlüssel man zu den Wohnungen hat. Und ein absolut widerliches Gedankenspinnen, was ist wenn gerade kein Bewohner drin ist und kein andere Mieter achtsam ist und die Tür auf geht. Was macht dann der Herr von der Eigentümerseite?

Rezept für einen Steinpilz Risotto

Man nehme: Einen Investor, eine Hausverwaltung, eine Kanzlei und ca. 45 Mieter einer Hausgemeinschaft.

Zuerst die Mieter so keinwürfelig wie möglich informieren und mit kuriosen Vollmachten glasig werden lassen.
Dann gewaschene Androhungen dazugeben, kurz einziehen lassen und aufflammende Proteste schnell mit Mahnungen ablöschen.
 Die Steinpilze kurz mit den Investoren anbraten und unter ständigem Rühren die wild gewachsenen Rechte der Hausverwaltung zugeben bis sich viel Schaum bildet.
Wenn die Mieter leicht angebrannt sind kosten, ob der Widerstand noch zu kernig ist, dann eine Fristlose Kündigung nachgießen.
Mit geschlossenen Deckel kurz die Wut der Mieter aufkochen lassen und einige Baugenehmigungen dazugeben – je nach Geschmack kann auch eine Prise Erpressung hinzugefügt werden.

Lernen Sie das Jahnke-Haus und seine Bewohner auf dem „bunten Blog“ kennen.

 

Der Bezirksstadtrat Kirchner

ist nun über unsere Situation informiert.

Am Montag hatten wir spontan die Gelegenheit, mit Mietern der Winsstraße 59 (das Haus wurde von der CHRISTMANN Gruppe gekauft und soll energetisch saniert werden) einen Termin beim Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung in Pankow, Jens-Holger Kirchner (Bü 90/Die Grünen),  wahrzunehmen. Wir konnten unsere aktuelle Situation schildern, berichteten von den verschiedenen Ereignissen, wie unangekündigtem Schlössertausch, auftauchen einer Mietermanagerin, aggressivem Verhalten der Eigentümerin (Optimus 3. Projektgesellschaft mbH mit dem Geschäftsführer Wulf Christmann) in Form von Anwaltsbriefen wegen Wohnungsaufmaß etc.).

Herr Kirchner und die anwesende Frau Herfort, Teamleiterin Soziales Erhaltungsrecht, erklärten, dass sie im Falle der Winsstraße nicht viel tun könnten. Die Entwicklung der letzten Jahre, sei nicht die, die man sich so gewünscht hätte.

Die Änderung der Mietgesetzgebung in 2013 , energiepolitische Ziele und deren Umsetzung…

Die aktuelle Lage stelle sich für die MieterInnen der Winsstraße 59 so dar, dass sie nach dem Wegfall der Sanierungsgebiete ohne besonderen Schutz den Investoren ausgesetzt seien. Man hat versäumt, – naja- man konnte  naklar auch nicht wissen, was passiere, nach dem Wegfall der Sanierungsgebiete (übrigens nach Einschätzung des Bezirksstadtrates eine Erfolgsgeschichte) – die Gebiete unter einen besonderen Schutz zu stellen. Aber die Mieter der Winsstraße 59 sollten doch froh sein, immerhin in den vergangen Jahren nicht von Sanierung/Modernisierung/Verdrängung betroffen gewesen zu sein.

Für die Kopenhagener Straße 46: Da wir im „sozialen Erhaltungsgebiet“ wohnen, wird uns die städtische Mieterberatung im Falle einer Modernisierung zur Seite stehen, bestimmte Modernisierungsmaßnahmen können nicht so einfach durchgeführt werden.

Unsere Gesprächspartner vom Amt boten sich an, bei Bedarf oder Verschärfung unserer Situation, einen Dialog mit der Eigentümerin zu moderieren.

Fazit: Das Kind muss erst in den Brunnen fallen, damit auch der Letzte merkt, daß das Wasser nass ist.

Und kalt.

Das war Nachbars Braten 2013

Zum 7. Mal trafen sich Nachbarn und Freunde der Kopenhagener Straße und liessen sich Nachbars Braten schmecken.