Brief an Bundestagskanditaten des Wahlkreises 76

Heute haben wir an die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Pankow folgenden Brief geschrieben:
Berlin, den 12.09.2013
Sehr geehrter Herr …,
 
Ich wende mich mit einem dringenden Anliegen an Sie, das bei weitem nicht nur mich betrifft, sondern das manchmal abstrakte Thema Gentrifizierung. Im Besonderen macht es aber vor allem die sogenannte „Immobilienentwicklung“ in Berlin Prenzlauer Berg ganz anschaulich. Vielleicht können Sie mir in dem einen oder andere Punkt weiterhelfen?
 
Ich lebe in der Kopenhagener Straße 46 im Prenzlauer Berg in Berlin. 
Mit mir und meiner WG leben Familien mit 15 Kindern zwischen einem Monat und 12 Jahren in dem Haus. Ein Ehepaar lebt seit 55 Jahren in einer Wohnung im Hinterhaus. 
Das Mietshaus wurde Ende 2012 verkauft und ist seit Mai 2012 unter Verwaltung und angestrebten Besitz einer Berliner Immobiliengruppe. 
Die neuen zukünftigen Eigentümer planen nach eigener Aussage eine Modernisierung des Hauses mit dem Einbau von Fahrstühlen, Balkonen und einer neuen Heizungsanlage.
Da in dem Haus ein Erhaltungsstau ganz offensichtlich ist, begrüßen wir eine Sanierung unserer Wohnsituation. 
In den Plänen der Eigentümerin kommen die bisherigen Mieter aber nicht vor. Schikanen, aus der Luft gegriffene Abmahnungen, Kündigungen und angedrohte Kündigungen für Familien, die seit mehreren Jahren im Haus wohnen und ihre Miete zahlen, zeigen sehr deutlich, dass der neue Vermieter hier eine gut finanzierte Entmietung im sozialen Erhaltungsgebiet durchführt, bevor mit einer Luxussanierung begonnen wird. 
 
Im Vorfeld der Bundestagswahl bitten wir Sie, wie auch andere Bundestagskandidaten im Wahlkreis Prenzlauer Berg um eine Stellungnahme.
 
Welche konkreten Vorschläge und Lösungsansätze haben Sie, um ein Miteinander in unserer Gesellschaft weiterhin zu fördern?
Wie soll, Ihrer Meinung nach, eine stabile Wohnungspolitik, abseits von Spekulationen und unverhältnismäßigen Gewinnen, gewährleistet werden?
Was raten Sie uns stellvertretend in unserer Situation? Und wie können Sie unser Anliegen, nämlich unseren bezahlbaren Wohnraum weiter bewohnen zu können, unterstützen?
 
Wir freuen uns auf eine zeitnahe Beantwortung unseres Briefes, freuen uns auch über ein persönliches Gespräch. Es gibt zwei Blogs, die unsere Situation beschreiben und dokumentieren. Sie sind eingeladen, sich dort über uns zu informieren. Dieser Brief und auch Ihre Antwort werden wir dort ggf. publizieren.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
  die Bewohner des Hauses Kopenhagener Straße  46
Empfänger dieses Briefes sind:
Nun können wir gespannt auf mögliche Antworten warten!
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