Archive | Februar 2014

Kopenhagener Straße 1990

Es ist keine 25 Jahre her, dass dieses Bild aufgenommen wurde. Die Mauer ist gerade weggeräumt, die ersten “Westautos” beparken den ehemaligen Todesstreifen. Die schönen Linden, heute schon ansehnliche Bäume, sind gerade gepflanzt. Nach der totalen Abgeschlossenheit Ostberlins öffnete sich damals hier ein Raum zum Leben Lieben und Denken, dessen letzte Lücken nun geschlossen werden sollen. … zum Beispiel in Haus Nummer 46

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Foto: Thomas Hackmann
Licensed: CC-BY-ND

Das Rüstzeug zur Rüstung

Heute erhalten alle Mietparteien von einem Mitarbeiter der Christmann AG einen Brief ausgehändigt, in dem die „Einrüstung der Fassade“ für den 04.03.2014 angekündigt ist. Das ist genau in sieben Tagen. Die Aussenfassade soll „saniert“ werden. Das dauerst nah dem heutigen Schreiben 60 Tage. Es werden laut Schreiben die „Arbeiten“, die in der Modernisierungsankündigung beschrieben sind, durchgeführt. Nun ist es aber so, das dieser Maßnahme von den meisten Mieterinnen und Mietern nicht zugestimmt wurde, da damit eine unverhältnismäßige Mietmehrbelastung entstehen würde, und sich ein ganz klares Belüftungsproblem rein bautechnisch ergäbe. Hinzukommt, dass die Energieeinsparung bei allen Mietparteien im negativen Bereich läge. Niemand wird nach der „energetischen Fassadensanierung“= Dämmung weniger Energiekosten haben, als bisher. Nein, es wird mehr.

Also nun ein Baugerüst, für eine Sache (energetische Modernisierung), die die Gerichte der Stadt, oder genauer das Amtsgericht Mitte, derzeit vielfach beschäftigt, also noch nicht entschieden ist. Zudem liegt nach unserem Kenntnisstand noch keine Baugenehmigung durch den Bezirk vor.

Fakten schaffen.

Das Geheimnis, was wohl auf der vollflächigen Kunststoffplane zu sehen sein wird, die „zum Zwecke des Staubschutzes“ (wer wird hier nochmal geschützt?) an dem Gerüst befestigt wird,  werden wir vielleicht in der nächsten Woche erfahren.

Hausverwaltung, die dritte

… also, es ist die dritte Hausverwaltung in einem Jahr Kopenhagener Straße 46 in  Christmannbesitz.

Wir haben seit heute eine neue Hausverwaltung. Sie trägt ein C im Namen und braucht keine Vollmachtgeber.

Aha, jetzt wird wohl die Hausreinigung besser klappen, und die anstehenden Reparaturen werden hoffentlich zeitnah umgesetzt, Schneebeseitigung, ….

The Guardian bei uns zu Besuch

wir hatten Besuch vom The Guardian und hier ist der Artikel zu finden.

hier

Antrag auf Befreiung nach §25 EnEV

Wir wenden uns nun an das Stadtentwicklungsamt Pankow: das sind die Richtigen.

Sie sind betraut damit, über Rechtmäßigkeit und Sinnhaftigkeit der Baumaßnahmen im Bezirk zu entscheiden. Sie beurteilen Bauanträge, und „erhaltungsrechtliche“ Anträge, die in sogenannten Milieuschutzgebieten=sozialen Erhaltungsgebieten vor Modernisierungen notwendig sind. Das Haus in der Kopenhagener Straße 46 ist in einem solchen sozialen Erhaltungsgebiet.

Die Modernisierung, die in diesem Haus geplant ist, ist als eine energetisch wirksame angekündigt, die zudem auch noch gesetzlich vorgeschrieben sein soll.

Es gibt aber unter bestimmten Voraussetzungen aber die Möglichkeit, sich bei einer Modernisierung/Sanierung von der EnEV befreien zu lassen.

Da es zur Zeit nicht danach aussieht, dass der derzeitige Vermieter einen solchen Antrag auf Befreiung nach §25 EnEV stellen wird (er klagt gerade die Duldung der energetischen Modernisierungmaßenahmen ein), haben wir als Mieter des Hauses nun diesen Antrag gestellt. Angehängt ist auch eine Beispielrechnung, die verdeutlicht, dass sich durch die angekündigte „energetische Modernisierung“ einer 60qm-Wohnung durch die Umlage der Kosten die Miete um 328,49€ erhöhen würde. Dazu kämen nach der ENERGETISCHEN Modernisierung noch 48,68€ MEHRKOSTEN für ENERGIE.

Also: 328€ mehr Miete zahlen UM 48€ mehr für Energie zu bezahlen?

Wer hat sich sowas ausgedacht?

Davon sollte man sich doch per Antrag befreien lassen können. Wir habens probiert, hier ist der Antrag: wir hoffen auf einen positiven Bescheid.

Befreiungsantrag EnEV Kop46 Seite 1_2 Kopenhagener Straße 46

Befreiungsantrag EnEV Kop46 Seite 1_2
Kopenhagener Straße 46

Befreiungsantrag EnEV Kop46 Seite 2_2

Befreiungsantrag EnEV Kop46 Seite 2_2

Energetische Modernisierung im Länderspiegel

Das ZDF war zu Gast.

In vielen Städten scheint sich Ähnliches abzuspielen, wie hier bei uns: was „energetische Modernisierung“ heißt, ist ein Vehikel um entweder Geld zu drucken, oder, wie in der Kopenhagener Straße 46, die alten Mietverträge und Mieter los zu werden.

Mietsteigerungen von 300% bei sehr überschaubaren Wohnwertverbesserungen und gleichzeitiger Erhöhung des Energieverbrauches (und natürlich der Kosten), von einem Eigentümer, dessen Geschäftsfeld die „Entwicklung-von-Wohnraum“=Umwandlung-in-Eigentum ist, lassen die Motive Klimaziel oder energetische Einsparung dann sichtlich in den Hintergrund treten. Soweit, dass sie eigentlich nicht mehr zu sehen sind.

hier geht’s zum Fernsehbeitrag, ab Minute 3.13 sind wir in Berlin.

Klick!

Alle Infos

Fristlose Kündigungen, Duldungsklagen, Aufforderungen diverse Wohnungen innerhalb einer Woche zu räumen, usw… Bitte hier lang.