Archive | April 2014

Plane vor EG entfernt

Da ist ja ein Stück Plane weg...

Huch, da ist ja ein Stück Plane weg…

 

Wer hätte das gedacht? Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Einstweilige Verfügungen helfen also doch…
Aus einer Wohnung im Haus kann man wieder sehen, dass die Sonne scheint und die Bäume blühen und auch ein draußen existiert. Juchhu!!!

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Bauen statt Baustop

Trotz des vom Baustatdtrat Kirchner verkündeten Baustop werden „bauvorbereitende Maßnahmen“ durchgeführt. Das bedeutet, das die Fensterlaibungen vom Putz befreit werden um einen Fenstertausch vor zu bereiten (wir werden ja darauf verklagt, schallisolierende (2. Hinterhof im Wohngebiet (sic!)) Meranti (=Tropenholz) dreifachverglaste Fenster einbauen zu lassen und zu bezahlen). Hingegen spricht man heute den Holzkastendoppelfenstern wieder hervorragende Eigenschaften zu (interessanter Link). Einhundertjahre alte Holzfenster können sinnvoll energetisch saniert werden, wie hier ein Beispiel aus Berlin Zehlendorf zeigt. Nur die Fensterindustrie besteht darauf…

 

Baustop: So sieht das dann aus:

Wa ick doch am Mittwoch uff de Bezirksvaodnetten Vasammlung im Prenz´lberg. Hatte eena von di Abjeodneten ne aktuelle Kamera, äh schuldjung, aktuelle Stunde anberaumt. Jing um die skandalösen Jenehmijungs Prakticken uff die Behörden. Hatta ville schlaue Sachen jesacht, der Michail Nelken, och wenn ja ville Leute uff die Linken ja nich mehr so jut su sprechen sind, von wejen SED und so. Er wa aba der einzije , der wirklich wat jesacht hat, die andan ham alle bloss nen janzen Haufen heisse Luft jelabert. Ach nee, da wa dann noch eena von die Bewohna aus de Kopenhajener 46, der hat sich und die Bewohna und wat die so machen und so vorjestellt. Dit fand ick ooch janz rührend. Wusste jah nich, dat da so ville echt nette Leute wohnen. Dit wees der Christ(o)mann bestimmt ooch nich, sonst wüda die ja da nich raus krijen wollen , oda? Ick hab die Rede von dem ma mitjeschrieben, hier isse.

Allet Liebe , eua ADDI

„Guten Tag meine Damen und Herren, ich bin seit 15 Jahren Mieter des Hauses Kopenhagener Strasse 46. Wie sie selbst sicher wissen, liegt dieses Haus in einem sogenannten sozialem Erhaltungsgebiet oder auch Milieuschutzgebiet. Dieser Begriff beinhaltet ja meines Erachtens nach neben der Erhaltung des Charakters der Bausubstanz vor allem auch den Erhalt der sozialen Struktur der Bewohner und Bewohnerinnen diese Bezirkes. Die Sozialstruktur unseres Hauses entspricht wohl von allen Häusern, die es hier im Prenzlauer Berg gibt, noch am ehestem dem, was ehemals als Milieu- und Sozialstruktur vorhanden war. In unserem Haus leben nämlich 29 Erwachsene im Alter von 21 – 78 Jahren sowie 16 Kinder (von 0 – 12) Diese Menschen wohnen hier seit mindestens 2 Jahren bis hin zu 60 Jahren Wir sind : Studenten, Angestellte, Selbständige , Rentner, Frauen im Mutterschutz, Lehrerinnen, Hebammen, Schwimmlehrerin, Koch, Sekretärin, Verwaltungsangestellte, Erzieher, Fernsehtechniker, Grafikerin, Sozialarbeiterin, DJ, Physiotherapeut, Bauarbeiter, Designerin um nur einige zu nennen. Außerdem sollte dieses Haus als gelungenes Beispiel einer Integration von Menschen aus Ost und West und vielen anderen Ländern der Welt ebenfalls einen weiteren erhaltenswerten Status bekommen . Wir gehen alle arbeiten, um eine ANGEMESSENE Miete für unsere Wohnungen zu bezahlen (wobei wir eine Miete von ca. 18 Euro pro qm nach den von den Behörden genehmigten Modernisierungs Maßnahmen nicht als angemessen betrachten möchten. Während der Vermieter nämlich seine Instandhaltung in den letzten 16 Jahren sträflich vernachlässigte, haben wir unsere Wohnungen auf unsere Kosten !! mit modernen Gasetagen Heizungen, Bädern, Küchen und teilweise sogar mit neuen Fenstern ausgestattet! Wir leben hier mit unseren Kindern ,die in diesem Haus und im Kiez geboren wurden und für die dieses Haus und seine Umgebung ihr Lebensumfeld darstellt Wir sind Menschen, die für ihren Kiez Verantwortung übernehmen, ihn mitgestalten und Kontakte zu den anderen Bewohnern herstellen und pflegen. Wir leben hier, nicht weil der Prenzlauer Berg so Hipp und so trendy ist, sondern weil wir uns vor größtenteils langer Zeit dafür entschieden haben hier zu leben oder hier schon immer gelebt haben! Aus diesem Grund möchten wir sie hier und heute um ihre Hilfe bitten, damit unsere Kinder und wir hier in diesem Kiez leben bleiben können ! Wir bitten sie darum, einer sinnvollen Instandsetzung und Modernisierung zu einem angemessenen Preis die entsprechenden Genehmigungen zu erteilen. Wir bitten sie aber vor allem darum, einer kriminellen Handlung ,wie es die Entmietung von nahezu 50 Menschen darstellt, jede Genehmigung zu verweigern und einem ausschließlich auf seinen maximalen Profit bedachten Investor eine klare Absage zu erteilen ! Wir hoffen, dass Sie ,verehrte Abgeordnete, den Beweis dafür erbringen, dass vom Volk gewählte Vertreter hier die Entscheidungen treffen und keine Büttel von Großinvestoren! Ich möchte an dieser Stelle mit den Worten unseres Bundesjustizministers Heiko Maas enden. Bei einem Treffen vor ca. 2 Wochen zwischen ihm und Vertretern unseres Hauses beim Berliner Mieterverein kam er nach Begutachtung der Fakten nämlich folgerichtig zu dem Schluss: Ich zitiere wörtlich: “Das erkennt ja ein Blinder um was es hier geht, der Eigentümer will über exorbitante Mietpreissteigerungen die Bude leer kriegen“

Ich möchte jetzt nicht weiter über die Sehkraft der genehmigenden Behörden referieren und bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit !“

Baustadtrat Kirchner vor der BVV in Pankow: „Derzeit ist ein Baustop verhängt.“

http://kopenhagener46.wordpress.com

Heute sollte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow- das ist so etwas wie der Kreistag- über die Erweiterung der sozialen Erhaltungsgebiete abgestimmt werden. Mit dieser Erhaltungssatzung: (HIER)

2.Zu §172Abs.4Satz3Nr.1BauGB: Änderungen baulicher Anlagen, die den zeitgemäßen Ausstattungsstandard durchschnittlicher Wohnungen überschreiten, sind nicht genehmigungsfähig.

Hierzu gehören insbesondere:

-Einbau eines zweiten Bades/Dusche oder WC ́s. Ausnahmen sind als Einzelfallregelung in Wohnungen mit vier oder mehr Wohnräumen möglich

-Einbau einer Fußbodenheizung

-Einbau eines Innenkamins

-Schaffung von Balkonen, Loggien, Terrassen und Wintergärten, wenn die Wohnung bereits einen Balkon oder eine Terrasse aufweist

-Schaffung von zur Wohnung gehörigen Stellplatzanlagen

Wärmedämmmaßnahmen, es sei denn, sie sind zur Erreichung der Ziele der EnEV in der jeweils gültigen Fassung unabdingbar, Gegenstand einer öffentlichen Fördermaßnahme oder aus sonstigen Rechtstatbeständen zwingend durchzuführen. Die Erforderlichkeit von Wärmedämmmaßnahmen ist vom Antragsteller durch Vorlage eines Gutachtens eines Sachverständigen nachzuweisen.

Mit diesen „Werkzeugen“ soll die „Zusammensetzung der Wohnbevölkerung“ in den ausgewiesenen Gebieten erhalten werden.

Heute sollten nun die ehemaligen „Sanierungsgebiete“ im Prenzlauer Berg zu „Erhaltungsgebieten“ gemacht werden. Der Bezirk Pankow hält die Ausweitung dieser Erhaltungsgebiete für eine wirksame Maßnahme, die Mieterinnen und Mieter vor Immobilienspekulationen zu schützen und die Zusammensetzung der Bevölkerungsstruktur zu erhalten.

Die Mieter aus der Kopenhagener Straße 46 erhielten die Möglichkeit, von ihren Erfahrungen mit der Erhaltungsverordnung zu berichten, ihre Situation zu schildern und baten die Bezirksverordneten um Hilfe.

Die Kopenhagener Straße befindet sich seit über 10 Jahren im Erhaltungsgebiet Falkplatz. Die Mittel der Erhaltungsverordnung scheinen, so wie zur Zeit vom Bezirk angewandt, die Mieter nicht vor Entmietung schützen zu können.

Daraufhin lobte der Bezirksstadtrat Kirchner die gängige Praxis, erklärte erneut, das trotz erteilter Genehmigung das für die Kopenhagener Straße 46 eingereichte energetische Gutachten geprüft werde , und das derzeit ein Baustop verhängt sei. Er wurde von den Mieterinnen und Mietern der Kopenhagener Straße 46 während der Sitzung der BVV darauf aufmerksam gemacht, das täglich Bauarbeiten stattfänden.

An dieser Stelle sei noch einmal Dank an alle Bezirksverordneten gesagt, die bereit sind, uns zu unterstützen, unsere Wohnung nicht zum doppelten Preis der ortsüblichen Vergleichsmiete bewohnen zu müssen oder auszuziehen. Wir geben auch gerne weitere Informationen.