Archive | September 2014

Der Mietreport – Wenn Wohnen unbezahlbar wird…

22.09.2014 22:45 Uhr Die Story im Ersten:

Der Mietreport – Wenn Wohnen unbezahlbar wird 

Film von Tobias Streck

Wer dort heute eine Wohnung findet, zahlt oft bis zu 30 Prozent mehr Miete als sein Vorgänger. Bereits Menschen mit einem durchschnittlichen Einkommen haben Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Umwandlung ganzer Stadtteile in „Luxusquartiere“ und die Verdrängung der bisherigen Einwohner ist anscheinend nicht aufzuhalten. Oder doch?

Wie wirksam sind etwa Erhaltungssatzungen, die vorschreiben, wie aufwendig eine Wohnung saniert werden darf, oder das Verbot einer Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen? Kann eine Mietpreisbremse das Problem vielleicht lösen? Oder können sich bald nur noch Wohlhabende ein Leben in der (Innen)stadt leisten?

Neue, dringend benötigte Wohnungen entstehen durch die Maßnahmen nicht. Zwar hat die…

Wiederholungen und/oder andere Folgen dieser Reihe

  • 23.09.2014 | 04:45 Uhr | Das Erste
    Die Story im Ersten: Der Mietreport – Wenn Wohnen unbezahlbar wird
    Film von Tobias Streck
  • 25.09.2014 | 20:15 Uhr | tagesschau24
    Die Story im Ersten: Der Mietreport – Wenn Wohnen unbezahlbar wird
    Film von Tobias Streck
  • 28.09.2014 | 00:20 Uhr | tagesschau24
    Die Story im Ersten: Der Mietreport – Wenn Wohnen unbezahlbar wird
    Film von Tobias Streck
  • 29.09.2014 | 05:30 Uhr | tagesschau24
    Die Story im Ersten: Der Mietreport – Wenn Wohnen unbezahlbar wird
    Film von Tobias Streck
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Probleme eines Eigentümers

https://kopenhagener46.de

Was nutzt einem erfolgreichem, skrupellosem Unternehmer der mieseste Charakter, wenn niemand darauf aufmerksam wird?

So gedachte der Initiator der Aktion „Kunst am Haus für arme Mieter“, bekannt durch seine spektakulären Verhüllungen, diesem Missstand ein Ende zu bereiten.

Sich von einem Sascha Klupp die Show stehlen zu lassen, geht für ihn gar nicht. Verständlich, wer möchte schon beim Golfspielen von seinen Freunden ausgelacht werden, weil man mit so ein paar kleinen Mietratten nicht fertig wird?

Also nutzt der sparsame Unternehmer bereits bestehende Kommunikationskanäle zwischen Mietern, Politik und Medien.

Was liegt näher, als den Personen, die sowieso schon durch Presse und Fernsehen bekannt sind  fristlos zu kündigen?

Wozu hat man denn ins Haus gesetzte polnische Bauarbeiter für sich arbeiten, wenn man die nicht zu falschen Anschuldigungen bewegen kann?

Ein peinliches Gefühl bleibt trotzdem bei einem, eine Verleumndungs Kampagne ersetzt ja schließlich noch keine körperliche Gewalt oder andere kriminelle Aktivitäten !

Wird solch skrupelbehaftetes Verhalten von den Freunden und Geschäftspartnern als Schwäche ausgelegt?

Hatten Papi und Mami damals doch recht, als sie den Bruder immer mehr lieb hatten?

Bitte nicht weinen, Herr Unternehmer, es gibt einige Menschen die bestätigen können, dass sie gar nicht so skrupelbehaftet und weich sind, wie ihre Freunde immer behaupten!

Außerdem wachsen wir doch alle mit unseren Aufgaben und auch Al Capone hat mal als kleiner Krimineller angefangen.

Also, Kopf hoch und einfach brutal weitermachen, der Rest wird schon!

Dein  ADDI

Ein sehr gutes Angebot

http://kopenhagener46.de

Am 16. September fand am Landgericht Berlin die Berufungsverhandlung zur einzigen einstweiligen Verfügung gegen die blickdichte Plane statt (alle anderen von uns angestrengten Verfahren, waren in voriger Instanz abgewiesen worden. Die Mieterinnen und Mieter dieses Hauses leben mit ihren Kindern seit über 6 Monaten hinter eine blickdichten weissen Plane. Gesundheitsschädigungen, von Angstzuständen bis Atemwegsbeschwerden sind die Folge. Die Fassadenbauarbeiten, angekündigt für 60 Tage, sind bereits abgeschlossen. Keine Bauarbeiter zu sehen.).

Wer nun denkt, bei Gericht wird darüber verhandelt, ob so ein Vorgehen gut und richtig, vertretbar oder zu unterbinden sei, der hat sich geeirrt.

Nein, es wird nicht über die Plane gesprochen/verhandelt! Photos werden nicht angesehen, die Richterin hält sich nicht mit der Sache auf! Nein!

Die Richterin und der Anwalt der Eigentümerin halten das unterbreitete „Angebot“ einer Abstandszahlung für ein sehr Gutes!

“ —Haben Sie sich das gut überlegt, dass das Angebot für Sie nicht in Frage kommt..“

„…Das Angebot des Eigentümers steht nur heute, zu einem späteren Zeitpunkt sicher nicht mehr!…“

„…bedenken Sie doch, da steht ja noch eine fristlose Kündigung im Raum…“

ahh ja, die fristlose Kündignug…

Pünktlich, sechs Tage vor dem Gerichtstermin, wird der Mieterin eine fristlose Kündigung zugestellt. Sie soll Planen gestohlen haben. Die Person, auf die sich die Anschuldigung stützt, ist nicht ein zweites mal bereit, das auszusagen. Es sind polnische Bauarbeiter, die im Haus wohnen, und freundlich formuliert: rudimentäres Deutsch sprechen. Zum massgeblichen „Tatzeitpunkt“ war die Mieterin belegbar nicht da, die Planen waren es jedoch.

Die Mieterinnen und Mieter, die bisher in der Öffentlichkeit für unser Haus aufgetreten sind, werden nun durch fristlose Kündigungen versucht einzuschüchtern.

Die Vorwürfe, die ihnen gemacht werden (Diebstahl von Planen), sind allesamt nicht belegbar oder haltbar.

 

„…ein sehr gutes Angebot…“

 

http://kopenhagener46.de

Leben hinter der Plane 

 

Noch mal zur Erinnerung: am 01.03.2014 rüstet die Optimus 3. Projekt Gesellschaft mbH (mit alleinigem Geschäftsführer Wulf Christmann) das Haus in der Kopenhagener Straße 46 ein. Unmittelbar nach Aufstellung des Gerüstes wird das Haus in eine blickdichte weisse Plane verpackt.  Zeitgleich erhält ein Haus ein paar Straßen weiter die gleiche Behandlung – der Slogan „Werte schaffen, Werte erhalten“ – bleibt uns zum Glück erspart.

Hinter der Plane in der Kopenhagener Straße 46 verschwinden die Mieter aus 21 bewohnten Wohnungen im Schneegestöber aus weissem Plastik.

Von der Eigentümerin sind Fassadendämmmassnahmen für einen Zeitraum von 60 Tagen angekündigt. Die Plane wird zur Sicherheit der Umwelt angebracht.

Das Bauamt findet die Plane gut: „So gut eingeplant sehen wir die Baustellen selten. … sehr guter Schutz für die Umwelt“

Die Politiker: „.. hier wird entmietet, das sieht doch ein Blinder..“

Freunde: „…das glaube ich nicht..“

Nachbarn: „…haltet durch!“

Bezirk: „…uns sind die Hände gebunden…“

Presse: „…Skandal..“

die Feuerwehr: „…Hm. Das Bauamt ist zuständig.“

und da gehts wieder von vorne los.

Einige Mieter des Hauses versuchen, eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht Mitte zu erwirken. Die Plane soll durch eines der sonst üblichen Baunetze ersetzt werden. Die Eigentümerin weigert sich.

Mehrere Verfügungen werden auch im Widerspruch abgewiesen. Einer einzigen wird im Widerspruch statt gegeben. Die Eigentümerin lüpft die Plane im Erdgeschoss vor den Fenstern einer Wohnung und gehen in Berufung (also eine höhere gerichtliche Instanz soll sich noch einmal damit beschäftigen).

Langsam beginnen auch Bauarbeiten. Manchmal  kommen zwei Bauarbeiter (die sich immer durch die Plane anschreien müssen). An manchen Tagen sind sie ab mittags zu fünft. Dann ist für eine Woche niemand zu sehen. Es wird klar, dass sie hier nicht vorhaben, eine Arbeit fertig zu bekommen. Können sie auch nicht, da die meisten Mieter die Modernisieungsmassnahme „Erneuerung der Fenster“ (dreifach Schallschutz im zweiten Hinterhof, Merantiholz=Tropenholz ) nicht zugestimmt haben und nun auf Duldung verklagt werden. Die Prozesse laufen, wenn die Mieter nicht die „guten Angebote“ angenommen haben.

 

http://kopenhagener46.de

Auf dem Balkon

 

 

Was wird gebaut?

Die Fensterlaibungen werden abgeschlagen,

Fensterbretter entfernt.

Fensterlaibungen werden mit Zementputz angeputzt.

Fensterlaibungen werden abgeschlagen.

Styropor wird angeklebt.

Verschmiert, geschliffen. Fertig. Pause.

Lange Pause.

 

Kopenhagener Straße 46

Kopenhagener Straße 46, Blick aus dem Balkonfenster

 

 

Inzwischen: Staub, Lärm, Dreck, „kommunizierende“ Bauarbeiter, Staub, Planenrascheln, Sonne?-Schneegestöber! Die Kastanie im Hof muss in diesem Jahr ohne unsere Blicke aus dem Fenster auskommen. Fliegt die Fledermaus noch? Rsch, Rsch,  die Plane raschelt. Regnet es? Menschen reden, sind sie auf dem Gerüst, wer steht jetzt vor meinem Fenster? Wer ruft im Hof? Rattert die Müllabfuhr mit den Mülltonnen, oder räumt jemand alle Fahrräder im Hof in den Container? Weiss. Ich mache das Licht an. Es ist 3 Uhr nachmittags. Sommer.

Bauarbeiter laufen geräuschvoll auf dem Gerüst an meinem Fenster vorbei.

Der „Hausmeister“, der König der Strassen-und Hoffeger, kehrt den sauberen Hof. Rsch, Rsch, Bsch, Bnsch.

 

http://kopenhagener46.de

Innenansicht: Blick aus dem Kinderzimmerfenster

 

Herzrasen. Jucken auf der Haut. Ausschlag, Schlaflosigkeit, Atemnot, Angst.

Sie halten es nicht mehr aus, haben keine Wahl, verlassen ihr zu Hause.

 

Rsch, Bsch, die Plane rauscht, der Besen fegt.

 

 

 

und bei Hölderlin lese ich:

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

 

KLARTEXT: rbb am Mittwoch 10.09.2014 | 22:15 – 22:45

Klartext und die Kopenhagener Straße 46

Die aktuelle Sendung des rbb Politik-Magazins „Klartext“ beschäftigt sich mit dem

„Boom bei Eigentumswohnungen – Ist die Mieterstadt Berlin noch zu retten?“

Und da gibt es natürlich auch was von der Kopenhagener Straße 46 zu berichten.

hier ist der Beitrag In der Mediathek zu sehen!

Also Fernsehgeräte EINSCHALTEN!

Vielleicht hätte das Haus jemand kaufen sollen, der sich damit auskennt …

Kopenhagener Straße 46

Also, ich bin ja nu wirklich keen großet Licht und die hellste Kerze uff die Torte bin ick erst recht nich.
Aba wenn ick sehe, wat uff die „Baustelle“ in dit Haus hier passiert, da frach ick mir doch mittlaweile, ob dit sone Art Versuchsprojekt von dem Christ(o)mann is. Hört sich ja allet echt knorke an, wat der da so uff seine Internetseite schreibt. So richtig, als wenna dit schon tausendma jemacht hat, so aus olle Häusa schnieke neue Altbauperlen zum vakoofen machen. Aba wenn de dir ankiekst, wat die zwee Nasen, die hier seit Monaten uff die Jerüste rumkrabbeln zustande jebracht haben, da krichste dit jrosse Schütteln.

Fast een halbet Jahr um son paar Styroporplatten anzupappen, dit ist schon Rekordverdächtig. Aba vieleicht jeht die dit ja och wie die Hausbewohna und die werden von diesem Müll an der Fassade krank. Is ja ooch keen Wunda ohne Licht und frische Luft. Dit erklärt och die häufigen Fehzeiten von die Arbeeter, alle paar Tage is dann wieder keena von die da. Hoffentlich ham die ne deutsche Krankenvasicherung, ihre Nordafrikanische Vasicherung die jildet ja hier bei uns wahscheinlich nüscht.

Aba een Hausmeista ham wa, een richtiger Deutscher. Christ(o)mann befiehl- ich folge! Pensch oda so heißt der Mensch. Aba repariern tut der nischt. Macht ja ooch keen Sinn, wenn plötzlich der Keller nich mehr unter Wasser steht, die Haustür repariert ist, im Flur Licht ist, Kellertreppen jesichert sind, der Sperrmüll nicht uff dem Hof jestapelt wird und sowat allet. Dann könnten sich ja die restlichen Bewohna wie Menschen fühln und würden nich so schnell ausziehn. Der is den janzen Tach mit nem Besen untawegs, als wenn dit hier een Quidditch Feld wäre! Aba dieser heiße Fega hat dit vielleicht ooch einfach bloß uff die schöne Nachbarin abjesehn. Wenn die in ihrem schicken Negligé die Vorhänge uffmacht, da treibt der kleine Schlawiner schon vor ihrem Fensta sein schmutziges Unwesen.

Uff die Straße ham se jetze die Bauzäune abjebaut, vielleicht hat der Herr Christ(o)mann ja jemerkt, dat ihm dit hier allet ne Nummer zu jroß is und will dit Haus doch wieda vakoofen. An uns arme Schlucka wollta dit ja nich verscherbeln. Ham wa mit die GLS Bank und mit dit Mietshäuser Syndikat ma durchjerechnet. Hätten wa ihm wat bezahlen können, aba er wollta von uns das Doppelte ham, und keen Cent weniga. Schade, die Hausbewohna wollten dit Haus ja schon imma selba koofen, weil die hier echt jerne leben und weil dit doch noch so war hier, wie die Politiker sich dit imma so vor die Brust hängen wie Berlin is. Ne echte Prenzelberger Mischung. Naja,vielleicht übalecht der sich dit doch noch ma.
Zwee Arschiteketn warn heute da, wollten die Fassade neu vamessen. Ja nich so einfach, mit so Plane ums Haus rum. Sachten, so wie der dit uff seine Website druff hat, jefällt ihm dit nich. Und als se die frisch anjebrachte Restposten-Styropor Dämmung anjekiekt haben , sachten die och bloss: „Kann man so machen, aba dann isset halt Kacke !“ Jetzt übalejen se wohl, ob dit janze Zeuch wieda runta muss.
Dit können die Bewohna mit ihre tollen Fotos von die janzen Mängel und mit ihrm nunmehr vorhanden Fachwissen zum Thema Dämmwahn in Deutschland nur befürworten.
Eua ADDI

Pankower Allgemeine Zeitung: Bitte wenden…Sie sich an …!

am 03. September ist in der Pankower Allgemeine Zeitung ein Artikel über uns erschienen. …

 

HIER, bitte lesen!

 

Sehr schön wird hier das Zuständigkeitspingpong gespielt, das mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Kopenhagener Straße 46 schon seit bald einem Jahr betrieben wird.

Der Kreis von Bezirksamt zu Behörde, sei es Feuerwehr, Gesundheitsamt, Verbrauchschutz, oder sonstwer, verweißt an Bezirksamt/Bauordnungsamt oder wahlweise an die Politik,

– die wiederum zuverlässig die Verantwortung an die alleinig zuständigen Behörden beim Bezirk Pankow ins Spiel wirft.

…und im Bezirk würde man es gerne auch anders haben/ machen, aber da gibt es ja übergeordnete Instanzen, die dann wiederum die Politiker in die Verantwortung bemühen. … und da beginnt der Reigen zuverlässig und aufs Neue.

Ahoi!

 

Kopenhagener Straße 46

Dieses Haus ist bewohnt!