Vielleicht hätte das Haus jemand kaufen sollen, der sich damit auskennt …

Kopenhagener Straße 46

Also, ich bin ja nu wirklich keen großet Licht und die hellste Kerze uff die Torte bin ick erst recht nich.
Aba wenn ick sehe, wat uff die „Baustelle“ in dit Haus hier passiert, da frach ick mir doch mittlaweile, ob dit sone Art Versuchsprojekt von dem Christ(o)mann is. Hört sich ja allet echt knorke an, wat der da so uff seine Internetseite schreibt. So richtig, als wenna dit schon tausendma jemacht hat, so aus olle Häusa schnieke neue Altbauperlen zum vakoofen machen. Aba wenn de dir ankiekst, wat die zwee Nasen, die hier seit Monaten uff die Jerüste rumkrabbeln zustande jebracht haben, da krichste dit jrosse Schütteln.

Fast een halbet Jahr um son paar Styroporplatten anzupappen, dit ist schon Rekordverdächtig. Aba vieleicht jeht die dit ja och wie die Hausbewohna und die werden von diesem Müll an der Fassade krank. Is ja ooch keen Wunda ohne Licht und frische Luft. Dit erklärt och die häufigen Fehzeiten von die Arbeeter, alle paar Tage is dann wieder keena von die da. Hoffentlich ham die ne deutsche Krankenvasicherung, ihre Nordafrikanische Vasicherung die jildet ja hier bei uns wahscheinlich nüscht.

Aba een Hausmeista ham wa, een richtiger Deutscher. Christ(o)mann befiehl- ich folge! Pensch oda so heißt der Mensch. Aba repariern tut der nischt. Macht ja ooch keen Sinn, wenn plötzlich der Keller nich mehr unter Wasser steht, die Haustür repariert ist, im Flur Licht ist, Kellertreppen jesichert sind, der Sperrmüll nicht uff dem Hof jestapelt wird und sowat allet. Dann könnten sich ja die restlichen Bewohna wie Menschen fühln und würden nich so schnell ausziehn. Der is den janzen Tach mit nem Besen untawegs, als wenn dit hier een Quidditch Feld wäre! Aba dieser heiße Fega hat dit vielleicht ooch einfach bloß uff die schöne Nachbarin abjesehn. Wenn die in ihrem schicken Negligé die Vorhänge uffmacht, da treibt der kleine Schlawiner schon vor ihrem Fensta sein schmutziges Unwesen.

Uff die Straße ham se jetze die Bauzäune abjebaut, vielleicht hat der Herr Christ(o)mann ja jemerkt, dat ihm dit hier allet ne Nummer zu jroß is und will dit Haus doch wieda vakoofen. An uns arme Schlucka wollta dit ja nich verscherbeln. Ham wa mit die GLS Bank und mit dit Mietshäuser Syndikat ma durchjerechnet. Hätten wa ihm wat bezahlen können, aba er wollta von uns das Doppelte ham, und keen Cent weniga. Schade, die Hausbewohna wollten dit Haus ja schon imma selba koofen, weil die hier echt jerne leben und weil dit doch noch so war hier, wie die Politiker sich dit imma so vor die Brust hängen wie Berlin is. Ne echte Prenzelberger Mischung. Naja,vielleicht übalecht der sich dit doch noch ma.
Zwee Arschiteketn warn heute da, wollten die Fassade neu vamessen. Ja nich so einfach, mit so Plane ums Haus rum. Sachten, so wie der dit uff seine Website druff hat, jefällt ihm dit nich. Und als se die frisch anjebrachte Restposten-Styropor Dämmung anjekiekt haben , sachten die och bloss: „Kann man so machen, aba dann isset halt Kacke !“ Jetzt übalejen se wohl, ob dit janze Zeuch wieda runta muss.
Dit können die Bewohna mit ihre tollen Fotos von die janzen Mängel und mit ihrm nunmehr vorhanden Fachwissen zum Thema Dämmwahn in Deutschland nur befürworten.
Eua ADDI

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