about

Wohnen in Berlin!

Leben in der Kopenhagener Straße.

Das 1906 erbaute Haus war bis vor kurzem noch voll vermietet.

Hier wohnten, lebten und arbeiteten Menschen aus 4 Kontinenten.

Als die Kopenhagener 46 zum Mai 2013 verkauft wird, haben 29 große und 16 kleine Menschen hier ihr zu Hause.

Sie sind zwischen 2 Monaten und 76 Jahren alt. Einige sind hier geboren.

Sie wohnen hier seit 52 Jahren und seit 2 Monaten.

Zwei Jahre später stehen in der Kopenhagener Straße Wohnungen zum Verkauf.

Wo sind die Menschen jetzt? Hatten sie keine Lust mehr, am Mauerpark zu wohnen? Und warum? Was ist hier geschehen?

Wenn Sie wissen wollen, wie Stadtentwicklung, energetische Modernisierung, Aufwertung, Mieterschutz, Verbraucherschutz, Verwertung, Kiezgestaltung, Miteinander, Entmietung, Vertreibung, Gentrifizierung usf. ausformuliert wird, dann bitte hier entlang!

2010: Hausgemeinschaft Kopenhagener Straße 46

Hausgemeinschaft Kopenhagener Straße 46: bunt und lustig.

Die Story:

Juni 2013: Das Jahnke – Haus ist verkauft! Wie geht es weiter?

Im Jahnke – Haus in der Kopenhagener Straße 46 in Berlin Prenzlauer Berg hat sich unbemerkt und ganz ohne Subventionen ein Ort des selbstbestimmten Lebens und Wohnens entwickelt. Durch die, manche nennen es nachlässige Vermietungspolitik, andere nennen es entspannte Wohnungsvergabe, konnte in einer Sicherheit und Kontinuität ein Stück „lebendiges Leben“ im Prenzlauer Berg in Zeiten der Gentrifizierung entstehen.

Viele, die in der Kopenhagener 46 wohnen, haben schon einmal ihre Wohnung durch Sanierung und dadurch bedingte Mieterhöhungen verlassen müssen. Hier können sie wohnen, arbeiten, ihre Miete bezahlen– leben.

Das Haus wurde, für die Mieter überraschend, verkauft.  Zum Mai 2013 nahm die Optimus 3. Projektgesellschaft mbh (Geschäftsführer Wulf Christmann), eine berliner Immobilienfirma Besitz von dem Haus. Die MieterInnen/BewohnerInnen wollen in ihren Wohnungen wohnen. Zum Zeitpunkt des Verkaufes sind alle Wohnungen vermietet.

In diesem Blog schrieben die Mieter der Kopenhagener Straße 46 und Sie  können verfolgen, was mit einem bewohnten Haus mit intakter Sozialstruktur im Herzen Berlins in Zeiten der Eurokrise passiert.

Update März 2014: „Es geht um Entmietung, nicht um Modernisierung! So etwas ermöglichen unsere Gesetze. Das betrifft Alle!“

Alle Mietparteien haben eine „energetische Modernisierung“ angekündigt bekommen. Im Falle der Kopenhagener Straße 46 werden Maßnahmen der energetischen Gebäudemodernisierung, die Bestandteil der Klimaziele der Bundesregierung sind, benutzt, um eine Entmietung und später den Verkauf der Wohnungen zu betreiben.

Die Mieter sollen Maßnahmen zu dulden, die Mieten verdreifachen (was dann das Doppelte der ortsüblichen Vergleichsmiete ist) und Energiekosten für Mieter vervierfachen.

Presse und Politik erklären übereinstimmend, daß sie es hier mit einem Paradebeispiel von verfehlter Gesetzgebung resp. Nachbesserungsbedarf zu tun haben. Diese Art des Umgangs von Hauseigentümern mit ihrem Eigentum ist politisch und gesellschaftlich nicht gewollt. Sie führt ausschließlich zu einer Renditesteigerung für einige Personen und gleichzeitig  zu einem gesellschaftlichen Dissens.

Die Kanzlei „Steinpilz Rechtsanwälte“ aus Berlin Charlottenburg vertritt die Optimus 3. Projekt mbH als Eigentümerin  des Hauses und hat inzwischen alle Mietparteien auf Duldung oder Räumung verklagt. 

Eine Familie ist ausgezogen, ein Mieter ist unerwartet verstorben, eine Gewerbeeinheit wurde gekündigt.

Im März 2014 wird das Haus eingerüstet. Es wird eine weisse, blickdichte Plane angebracht. Die Plane bewirkt, dass kein Tageslicht mehr in die von Familien und Senioren bewohnten Wohnungen dringen kann. Ausserdem beginnen sehr zögerlich Baumassnahmen, die im anbringen eines umweltgefährdenden Vollwärmeschutzes münden. Hierbei kann der montagebedingte Staub von Kleber und Material durch besagte Plane nur von den Lungen der Bauarbeiter und den bewohnten Wohnungen absorbiert werden. Alle Versuche, gegen diese Form der Baustelle gerichtlich vorzugehen, scheitern am Willen der Gerichte, einen Zusammenhang von Plane und gezielter Entmietungsstrategie herzustellen.

Die Mieter des Hauses bekommen in Berlin und bundesweit Unterstützung und Aufmerksamkeit in Politik und Medien. Die Kopenhagener Straße 46 wird zum Paradebeispiel verfehlter Gesetzgebung. (ja, es ist nach gültigem Recht möglich, aber vom Gesetzgeber offensichtlich nicht beabsichtigt, daß eine energetische Modernisierung zum Wechsel der Bewohnerstruktur eines Hauses/Kiezes führen). Sie wird zum Ansprechpartner für betroffene Mieter in ganz Deutschland.

Nachdem ein beträchtlicher Teil der Mieter des Vorderhauses ausgezogen ist, wird die Plane im Dezember 2014 wieder entfernt: sie hat ihre Funktion erfüllt.

Ab Januar 2015 werden Wohnungen von der Firma Lindstein Immobilien GmbH im Internet vertrieben. Die Wohnungen werden mit Grundrissen angeboten, die es in der Realität nicht gibt.

 

Die unterstützenswerte Langzeitdoku „Wir sind noch da“ begleitet unser Haus filmisch von Anfang an;

Hier gibt es mehr Informationen

 

 

 

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